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Reich ornamentierter Messingmörser mit zwei Handhaben in Form eines Männerkopfes mit Bart und Mütze

Die Wandung dieses Mörsers ist reich ornamentiert. Auf der einen Seite befindet sich ein zweizeiliges Schriftband mit der lateinischen Inschrift "MORS VLTIMA / LINEA RERUM". Es handelt sich um einen Spruch des römischen Dichters Horaz und ist folgendermaßen zu übersetzen: "Der Tod steht am Ende aller Dinge". Darunter befindet sich ein weiteres Band, das die römischen Zahlen "MDXLVIII" (1548) beinhaltet. Diese Jahresangabe wird zur Datierung des Mörsers verwendet. Unterhalb davon befindet sich mittig ein Wappen mit Totenkopfdarstellung. Auf der Rückseite ist die Anordnung ähnlich. Auch hier befindet sich oberhalb ein zweizeiliges Schriftband. Dieses Schriftband ist mit einer Inschrift in griechischen Buchstaben versehen. In dem Schriftband darunter, das wir auf der Vorderseite von den umlaufenden plastischen Leisten begrenzt wird, ist zu lesen "FRAN IOHEL". Johel ist eine alte Bezeichnung des Namens Joel, während das Wort fran sehr wahrscheinlich "von" bedeutet. Unter dem untersten Schriftbandes befindet sich erneut ein Wappen, das im Inneren vielleicht ein schräges F mit einem ebenfalls schrägen A zeigt. Laut Inventarbuch wird dieses Wappen als Hausmarke angesprochen. Zwischen den beiden Schauseiten sind in der Mitte der Wandung zwei sich gegenüberliegende Handhaben in Form eines Männerkopfes mit Spitzbart und Mütze angebracht. Handhaben in Form von Männerköpfen sind selten und kommen z. B. in Norddeutschland in Mecklenburg vor. Ein Mörser mit solchen Handhaben aus Mecklenburg des 16. Jahrhunderts befindet sich im St. Annen-Museum in Lübeck. Ein Stößel ist zu unserem Objekt nicht mehr vorhanden. Der Mörser stammt aus der Kirche von Groß Behnitz und ist seit 1878 im Besitz des Märkischen Museums.
Material und Technik
Sammlung
Abmessungen
Gesamt H: 14 cm B: 20 cm T: 13,6 cm G: 2,75 kg
Datierung
Inventarnummer
IV 1285