"Alles wird gut". Zettel mit gemaltem Regenbogen an einem Treppengeländer im Volkspark Friedrichshain

Seit 17. April arbeite ich im angeordneten Home Office. Der tägliche Arbeitsweg nach Spandau - Straßenbahn, Ringbahn, U-Bahn und Bus - fallt ebenso weg, wie Wege zum Kopierer und zur Poststelle oder zu anderen Kolleginnen und Kollegen. Da kann einem am heimischen PC leicht die Küchendecke auf den Kopf fallen und vor allem: Bewegung tut not, damit die Beine nicht einschlafen.
Sportliche Betätigung und Spazieren an frischer Luft allein oder zu zweit sind unter Beachtung der Hygieneregeln gestattet. Also laufe ich viel im benachbarten Friedrichshain. Dort sehe ich viele Jogger, denen es wie mir geht. Es sind mehr als sonst, scheint mir.
Der Park ist noch relativ grau und ich freue mich über einen bunten Tupfer, den ich bei meinem Aufstieg zum großen Bunkerberg an einem Geländer entdecke. "Alles wird gut" ist seine Botschaft, die ein gemalter Regenbogen mit seinen Farben unterstützt. Einen Moment lang überlege ich, wer ihn wohl geschrieben hat - ein Erwachsener, der ein Zeichen setzen wollte und der Verunsicherung der Corona-Pandemie? Ein Kind oder vielleicht war eine ganze Familie unterwegs, die gemeinsam Zettel bemalt und verteilt hat?. Die Schulen und Kitas haben geschlossen und die Eltern sind mit den Kindern daheim. Den Kindern fehlen ihre Freunde und es ist ein wenig langweilig. Alles wird gut.
Ich fotografiere den Zettel, um ihn Freunden zu schicken. Auf diese Weise in Kontakt zu bleiben, ist schön.
Später sehe ich gemalte Regenbögen an vielen Stellen. In Fenstern, an Haustüren, auf Transparenten.
(Ines Hahn, Mitarbeiterin Stadtmuseum Berlin)
Material und Technik
Sammlung
Abmessungen
Blatt H: 29,5 cm B: 21 cm
Datierung
Berlin-Friedrichshain, 01.04.2020
Inventarnummer
BJ 18