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Selbstbildnis

Lovis Corinth
Tapiau/Ostpreußen 1858 – 1925 Zandvoort/Holland
Corinth ist einer der Hauptvertreter der deutschen Moderne, dessen umfangreiches und disparates Werk sich jedoch einer eindeutigen Einordnung entzieht. Der Bogen spannt sich von monumentalen biblischen und mythologischen Kompositionen zu lichtflirrenden Landschaften, von sinnenfreudigen Bacchanalen und wollüstigen Akten zu feinsinnigen Porträts, wobei sich Corinth stets als großer Kolorist erweist. Seine Leitbilder sind Rubens, Rembrandt und Frans Hals ebenso wie Édouard Manet, Vincent van Gogh und Paul Cézanne. 1937 waren 295 seiner Werke von der Aktion „Entartete Kunst“ betroffen.

Selbstbildnis (Selbstporträt ohne Kragen), 1900
Es handelt sich um das erste von mehreren in Berlin gemalten Selbstbildnissen, mit denen er meist an seinem Geburtstag über sich selbst Rechenschaft ablegte. Vermutlich ist es in dem Atelier in der Lützowstraße entstanden. Nach Charlotte Berend-Corinth hat sich der Künstler „in starker Erregung“ mit gerötetem Gesicht wiedergegeben. Das für ihn untypische Fehlen einer Signatur mag ein Hinweis auf die spontane Entstehung des Bildes sein. Spiegelverkehr ist im Hintergrund das ebenfalls 1900 entstandene Gemälde „Morgens“ zu erkennen. Es zeigt eine schlaftrunken das Bett verlassende junge Frau, deren neckisch über einen Bettpfosten geworfener Hut im Kontrast zu ihrer sonstigen Blöße steht. Corinth hat sich mehrfach mit einem Akt Modell dargestellt, auf diese ungewöhnliche Weise jedoch nur ein Mal.
Lit.: Quelle: Katalog -Gemälde II, SSB 2004




















Material und Technik
Sammlung
Abmessungen
Gemäldemaß H: 73,5 cm B: 60 cm
Datierung
Inventarnummer
GEM 72/2
Karte
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