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Medaille auf den Tod des Zoologen und Paläontologen Georges Baron de Cuvier

Der sogenannte Pariser Akademiestreit von 1830 war ein wissenschaftlicher Disput zwischen den beiden französischen Naturforschern Georges Cuvier und Étienne Geoffroy Saint-Hilaire vor der Pariser Académie des sciences. Der Streit begann bei der Akademiesitzung am 15. Februar 1830, als Saint-Hilaire die Arbeit zweier junger Forscher lobend vorlegte, in der die Anatomie der Wirbeltiere mit der der Weichtiere verglichen wurde. Cuvier erhob Einspruch und startete damit eine der berühmtesten Debatten in der Geschichte der Biologie. In acht öffentlichen Streitgesprächen bis zum 15. April 1830 erläuterten die beiden Kontrahenten ihre wissenschaftlichen Ansichten. Georges Cuvier gilt als Begründer der modernen Paläontologie. Er verwarf die Evolutionstheorie und meinte, dass jeder Teil des Körpers in Form und Funktion perfekt auf die anderen abgestimmt sei. Organismen waren funktionelle Einheiten und die kleinste Veränderung in einem Teil würde die ganze Balance zerstören.
Im Gegensatz zu Cuvier glaubte Étienne Geoffroy Saint-Hilaire an eine Evolution und vor allem an eine Verwandtschaft aller Lebewesen, eine Verwandtschaft, die allerdings wohl noch nicht als „Abstammungsverwandtschaft“ verstanden wurde, sondern als eine durchgängige morphologische Ähnlichkeit. Er versuchte nicht wie Cuvier die Lebewesen zu unterscheiden und zu klassifizieren, sondern suchte stattdessen Ähnlichkeiten, die eine Einheit des Planes bezeugten.
Alexander von Humboldt kannte die beiden Disputanten persönlich und hatte die Möglichkeit, die Auseinandersetzung teilweise direkt vor Ort, in Paris, mitzuverfolgen. Zwischen 1830 und 1831 besuchte er auch Vorlesungen Cuviers im Collège de France.



Material und Technik
Abmessungen
D: 50 mm
Datierung
Inventarnummer
HU 99/700 OM