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Tasse mit Unterschale mit Vedutenmalerei, Ansicht des alten Berliner Rathauses

Die Zeichnung von Robert Rabe, 1859, diente diesem Bildfeld als Vorlage und entstand in Kenntnis des bevorstehenden und in den 1860er Jahren vollzogenen Abrisses des alten Rathauses und des angrenzenden Häuserblocks zugunsten des Neubaus des Roten Rathauses von Friedrich Waesemann. Das mittelalterliche Rathaus stand nicht wie üblich an einem Markt, sondern am Kreuzungspunkt der beiden damaligen Hauptstraßen Berlins. Es lag etwa in der Mitte der gerade um das Marienviertel erweiterten Stadt, zwischen dem alten Molkenmarkt im Südwesten – an dem es sicher auch schon ein Rathaus gegeben hat – und dem nordöstlich gelegenen Neuen Markt. Ein Rathaus war im Mittelalter weit mehr als der Sitz des Rates mit Versammlungs- und Festräumen und Stadtverwaltung mit Kämmerei, Schreiberei und Archiv. Hier wurde auch Gericht gehalten, gefoltert und an den Pranger gestellt. Vor allem aber war das Rathaus ein Wirtschaftszentrum: Im untersten Geschoss gab es Verkaufsstände sowie Lagerräume für die importierten Weine und Biere, die im Ratskeller ausgeschenkt wurden, auf dem Speicher wurde Getreide gelagert. In einem Anbau befand sich die Ratswaage, und ringsherum muss man sich Stände für Fleisch und Brot vorstellen. Als das Rote Rathaus in den 1860er Jahren gebaut wurde, ersetzte es das alte, im Kern mittelalterliche Rathaus, das baufällig und für die gewachsene Stadt zu klein geworden war.
Sammlung
Abmessungen
Tasse H: 12,4 cm B: 10,3 cm D: 7,9 cm
Inventarnummer
VI 20602 a+b