"Kaiserpanorama" (Wandelpanorama)

Der Physiker, Erfinder und Geschäftsmann August Fuhrmann eröffnete 1883 in der Kaisergalerie in der Passage Unter den Linden / Ecke Behrenstraße sein erstes Kaiserpanorama in Berlin. Das von ihm entwickelte repräsentative Gerät ermöglichte die automatische Vorführung von 50 Stereoskopien, deren dreidimensionaler Effekt bis zu 25 Besuchern gleichzeitig das Erlebnis „exclusiven Miterlebens“ bot. 1889 meldete er die von ihm selbst „Selbsteinkassierendes Wandelpanorama“ genannte Erfindung als Patent unter der Nummer 52946 an. Wöchentlich wechselnde Bildserien gestatteten gegen 20 Pfennige Eintrittsgebühr die virtuelle Teilnahme an kulturellen, sportlichen und politischen Ereignissen des kaiserlichen Deutschland sowie an Expeditionen in ferne Landschaften und Städte. Als frühe Form des Bildjournalismus versorgte Fuhrmann bald bis zu 250 Filialen mit stereoskopischen Aufnahmen, von denen 1909 bereits 100 000 im Umlauf waren. Das Unternehmen, für das bis zu acht Fotografen tätig waren, erlangte dank der geschickten Werbe- und Vertriebsstrategie seines Gründers große kommerzielle Erfolge und als „Kunstinstitut ersten Ranges“ außerordentliche Popularität. Der Konkurrenz des Filmes dauerhaft nicht gewachsen, schloss die Berliner Filiale 1939 ihre Pforten.
Material und Technik
Sammlung
Abmessungen
Gehäuse H: 240 cm D: 375 cm
Datierung
Niederlande, 1890
Inventarnummer
KGH 83/8
Karte