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Haarbild zum Totengedenken für Emilie Wilke

Das menschliche Haar und seine tiefe emotionale Bedeutung wurden im 19. Jahrhundert vor allem in der Trauerbewältigung genutzt. Die Haare eines geliebten, verstorbenen Menschen wurden kunstvoll zu Blumengebinden oder sogar kleinen Szenerien verarbeitet und mit weiteren Accessoires in Rahmen eingefasst. Die Bilder stellten eine "leibhaftige" Präsenz des Verstorbenen dar und ermöglichten eine Erinnerungskultur im privaten Raum. In diesem Bild wurden nicht nur die Haare der Verstorbenen, sondern auch die ihrer trauernden Familie verarbeitet. Auf der Rückseite ist vermerkt: "Umstehendes Bild ist nach Zeichnung/ eines Vetters Prof. Franz Wilke aus den/ Haaren meiner Mutter Frau Emilie Wilke/ geb. Jensen, die in Wriezen geboren und in/ Berlin am 10. Dezember 1864 starb in Berlin/ angefertigt. Ein Kranz an dem gebrochenem/ Ast ist aus Haaren meines Vaters gefertigt./ Die drei Kränze auf dem Hügel sind/ aus den Haaren von uns drei Schwestern/ Agnes, Anna, Klara hergestellt."
Abmessungen
Haarbild H: 20,9 cm B: 18,3 cm T: 2 cm
Inventarnummer
VI 19002 a
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