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Bibel des Seidenstickers Hans Plock

Die Hausbibel des Seidenstickers Hans Plock (Mainz um 1490 –1570 Halle) Mit der Ausstaffierung seiner Hausbibel, der zweibändigen, von Martin Luther noch selbst redigierten und bei Hans Lufft in Wittenberg gedruckten Ausgabe von 1541, hat Hans Plock ein einzigartiges Zeugnis des Lebens und Denkens der Reformationszeit hinterlassen. Nachdem er für lange Jahre in den Diensten Kardinal Albrechts von Brandenburg gestanden hatte und diesem von Mainz in seine Hallenser Lieblingsresidenz gefolgt war, versagte er Albrecht bei dessen Rückzug aus Halle 1541 das Gefolge. Noch im gleichen Jahr erwarb Hans Plock seine Bibel, die ihn dann über dreißig Jahre begleitete. Zahlreiche Kommentare und Randglossen dokumentieren seine persönliche, laientheologische Auseinandersetzung mit den Schriften der Reformatoren und Humanisten. Sie beleuchten authentisch die geistlichen, politischen und kulturellen Umbrüche dieser Zeit. Zudem klebte Hans Plock zahlreiche zeitgenössische Drucke in die Bibel ein und fügte eigenes Schmuckwerk sowie handschriftliche Kommentare zu den abgebildeten Persönlichkeiten des Zeitgeschehens hinzu. Zusätzlich benötigten Platz gewann er, indem er weitere Lagen in die Bibel mit einbinden ließ. Diese nutzte er für herausgehobene Einklebungen wie beispielsweise vier Zeichnungen seines Freundes Matthias Grünewald, sowie für eigene tagebuchartige Aufzeichnungen, Erinnerungen und Reflexionen. Albrecht Henkys